Auto waschen – Handwäsche oder Waschstraße?

Apr 30, 2021 | Allgemein

Handwäsche oder Waschstraße? Wenige Themen sind bei Autofahrern so umstritten wie das Auto waschen. Hier gibt es nützliche Tipps zur Pflege.

Auto waschen – Einige machen es mindestens einmal pro Woche, andere nur alle paar Monate. Eine regelmäßige Reinigung des Autos ist wichtig, denn wenn der Dreck nicht regelmäßig entfernt wird, kann es an schlecht geschützten Fahrwerksteilen und Blechkanten schnell gammeln. Besonders korrosionsgefährdet ist kaputter Lack mit Kratzern oder Abplatzern. Zudem wird die Wirkung von Scheinwerfern, Sensoren und Kameras stark beeinträchtigt – ganz zu schweigen von der schlechten Sicht. Wie dringend die Autowäsche ist, hängt von vielen Faktoren wie Witterung oder Verschmutzungsgrad ab. Wer alle vier bis acht Wochen in eine Waschstraße fährt oder eine SB-Box aufsucht, macht aber nichts verkehrt.

Auto waschen in der Waschanlage/-straße

Über das Waschen in der Waschanlage bzw. -straße herrschen unter Autofahrern viele Vorurteile – zum Beispiel über Lack zerkratzende Bürsten. Für moderne Waschanlagen und Autos kann man jedoch Entwarnung geben: Der Lack moderner Autos ist sehr widerstandsfähig, sodass ihm die Bürsten in der Waschanlage nicht viel anhaben können.  Außerdem bestehen die Bürsten heutzutage fast alle aus Polyethylen, einem Kunststoff, der Textilfasern sehr ähnlich ist. Im Zusammenspiel mit dem richtigen Reinigungsmittel droht dem Lack keine Gefahr.

Tipps zur Autowäsche in der Waschanlage/-straße

Das richtige Waschprogramm wählen: Die Wahl des Waschprogramms hängt in erster Line vom Geldbeutel und den Wetterbedingungen ab. Im Winter empfiehlt sich hin und wieder ein Programm mit Aktivschaum, Heißwachs und Unterbodenwäsche. Preise für normale Wäschen beginnen ab fünf Euro und hören bei der Edelwäsche für 15 Euro auf.

Auto in richtige Position bringen: Bei laufendem Motor Scheibenwischer und vor allem Regensensor ausschalten. Fenster und Schiebedach schließen. Immer auch das Fahrzeug verriegeln, da sonst der Tankdeckel aufspringen kann. Die Außenspiegel sollten eingeklappt werden. Falls möglich, die Antenne abnehmen. Die genauen Regeln gibt der Betreiber auf einer Tafel vor.

Waschstraße oder Portalanlage: Ob Waschstraße oder Portalanlage spielt keine Rolle. Das Ergebnis ist in der Regel das Gleiche, da beide Anlagen mit den gleichen chemischen Waschmitteln und lackschonenden Bürstenmaterialen arbeiten. Etwas teurer und mit manueller Vorwäsche ist die Waschstraße. Bei der Portalanlage muss der Kunde den Hochdruckreiniger noch selbst in die Hand nehmen.

Rechtslage: Kratzer, abgerissene Scheibenwischer – Schäden in der Anlage können passieren. Grundsätzlich gilt: Der Kunde muss dem Betreiber beweisen, dass der Schaden in der Anlage entstanden ist. Das heißt: Sofort nach dem Verlassen auf eventuelle Schäden kontrollieren, diese direkt beim Personal melden und schriftlich festhalten. Vor der Einfahrt auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und die Hinweise zur Benutzung der Anlage achten. Es kann sein, dass der Betreiber bestimmte außen angebrachte Autoteile von der Haftung ausschließt.

SB-Wäsche in der Waschbox

Die Alternative zur Waschanlage ist die Waschbox bzw. der Waschplatz. Gerade bei älteren Autos ist die Handwäsche unerlässlich, da der Lack weniger widerstandsfähig ist als bei modernen Autos. Um die SB-Wäsche zu starten, erwirbt man je nach Betreiber vorab Karten/Münzen oder wirft direkt Kleingeld in einen Automaten, an dem das Waschprogramm gewählt werden kann. Außerdem stehen verschiedenste Reinigungsmittel und -Utensilien zur Verfügung. Eine gründliche Vorwäsche mit dem Hochdruckreiniger ist auch in der SB-Waschbox das A und O. Wichtig: Auf ausreichend Abstand achten. Etwa 50 Zentimeter Entfernung zwischen dem Beginn des Wasserstrahls und der Oberfläche sind optimal.

Vorgehen bei der Autowäsche in der Waschbox

1. Gründliche Vorwäsche: Zuerst muss das Grobe herunter. Am besten mit dem Hochdruckreiniger, dadurch kommt man auch in versteckte Ecken.

2. Reinigung mit Pflegemittel: Die Karosserie einschäumen und mit der Bürste (auf Sauberkeit achten!) waschen.

3. Abspülen der Rückstände: Reste der Reiniger mit viel Wasser abspülen.

4. Trocknen: Wagen mit der Hand trocknen und abledern, um Wasserflecken zu vermeiden.

5. Details nachreinigen: Hartnäckigen Schmutz mit speziellen Reinigern entfernen. Unzugängliche Stellen nachreinigen und trocknen.

Auto Zu Hause oder auf der Straße waschen

Bundeseinheitliche Regeln fürs Autowaschen auf öffentlichem Grund oder Privatgelände gibt es nicht. Durch die Wäsche im Freien darf das Grundwasser nicht verunreinigt werden, zum Beispiel durch Chemikalien oder gelöste Kraft- und Schmierstoffreste. Auf unbefestigtem Grund, wo das Abwasser direkt versickert und nicht über die Kanalisation abfließt, ist Autowaschen verboten. Auch auf Privatgrundstücken ist es ohne Ölabscheider und Genehmigung in der Regel nicht erlaubt. Die Entscheidung über die genauen Regelungen treffen jedoch die Kommunen. Im Zweifelsfall sollte man sich also vorher bei der Gemeinde nach den lokalen Regeln und Strafen erkundigen. Bei Zuwiderhandlungen drohen Geldstrafen bis zu mehreren Tausend Euro.